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Geschichte am FGZ – eine breite und solide Bildung

«Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten.»
Helmut Kohl (1930-2017), ehem. Bundeskanzler der BRD

Unser Geschichtsunterricht ist darauf ausgerichtet, die Schülerinnen und Schüler in chronologisch-aufbauender Abfolge über die Ereignisse und Entwicklungen von der Entstehung der ersten Hochkulturen zur griechischen und römischen Antike über das europäische Mittelalter zur ereignisvollen Frühen Neuzeit hin zu den bedeutungsvollen Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts bis zum Ende des 20. und zum Anfang des 21. Jahrhunderts ins Bild zu setzen. Die Jahre des Unterrichts vor den Maturitätsprüfungen sind dem vergangenen und dem aktuellen Jahrhundert gewidmet, wobei naturgemäss die beiden Weltkriege, die Zwischenkriegszeit mit den verderblichen Aktivitäten der linken und rechten extremen Ideologien sowie der Kalte Krieg, seine weltweiten Implikationen und sein Ende besondere Aufmerksamkeit finden. Dieser Schlusspunkt des Geschichtsunterrichts erlaubt es den Schülerinnen und Schülern, die seitherigen und aktuellen historischen Entwicklungen und Ereignisse einordnen und verstehen zu können.

Anhand dieser stofflichen Fülle wird ersichtlich, dass Wissensinhalte in unserem Geschichtsunterricht eine zentrale Rolle spielen. Ohne genaue und umfassende Einzelkenntnisse, ohne das Wissen um Ereignisse und deren Ursachen, um Ideologien und deren Implikationen, um historische Persönlichkeiten und deren Motive, um ökonomische Strukturen und deren Einfluss auf den geschichtlichen Verlauf ist ein vertieftes Verständnis von Entwicklungen und Epochen, geschweige denn von grösseren geschichtlichen Zusammenhängen nicht möglich, weshalb die Kenntnisnahme und das Lernen von Fakten und Inhalten unabdingbar sind. Kompetenzen wie sprachliches Vermögen, Selbständigkeit und dergleichen mehr werden nicht in Opposition zu den Lehrinhalten, sondern, was z.B. Quellenlektüre und -interpretation, das Verstehen von Karten oder das selbständige Erarbeiten eines geschichtlichen Sachverhalts angeht, parallel dazu erworben.

Das Fach Staatskunde zeigt ebendies exemplarisch. Alleine das sichere Wissen um die wichtigsten Gegebenheiten der Schweizer Politik, die Kenntnis unserer zentralen Institutionen und von deren Befugnissen, das Bewusstsein für die Unterschiede von direkter und indirekter, von Konkordanz und Konkurrenzdemokratie usw. vermag, verbunden mit dem Studium von aktuellen Abstimmungsvorlagen und anstehenden Wahlen sowie einem Besuch im Bundeshaus in Bern, das Interesse der Schülerinnen und Schüler für staatskundliche Belange zu wecken und deren Kompetenzen im Hinblick auf eine aktive Teilnahme an der Schweizerischen und ein Verständnis der internationalen Politik zu steigern.

Eine besondere Herausforderung bildet das über zwei Jahre hinweg erteilte Ergänzungsfach Geschichte. Das besonders vielseitige Fach erlaubt, sowohl thematisch als auch organisatorisch, einen ganz anderen Unterricht als das Grundlagenfach: Zum einen kann ein Thema über ein ganzes Semester hinweg studiert und dadurch in gewinnbringender Weise vertieft werden, wobei hier gerade im Normalunterricht vernachlässigte Sachgebiete wie die Geschichte Chinas, Japans oder Afrikas, Geschichte und Gegenwart des Islams oder aktuelle weltweite Konflikte behandelt werden können. Höchste Aktualität der besprochenen Ereignisse, eine gesteigerte Intensität der Lektüre, darunter auch von Tageszeitungen, ein erhöhtes Mass an Mitsprache der Teilnehmenden, thematisch passende Exkursionen sowie ein seminarartiger Unterricht runden den besonderen Charakter des Ergänzungsfachs Geschichte ab.

Geschichte ist immer die Geschichte von Menschen, die Geschichte machten und immer noch machen. Ohne ein Interesse an den menschlichen Belangen, an Ideen und Zielen, an Taten und Schicksalen von Menschen in Vergangenheit und Gegenwart ist auch ein Interesse an der Geschichte nicht vorstellbar. Deshalb dient der Geschichtsunterricht immer auch dazu, die Anteilnahme der Schülerinnen und Schüler an allem Menschlichen zu wecken und, wenn möglich, zu steigern. In diesem Sinne verfolgt unsere Tätigkeit, neben dem genauen Insbildsetzen über Vergangenes und Gegenwärtiges, immer auch das Ziel, den «Zivilisierungsprozess», den wir in der Geschichte in bescheidenen Ansätzen seit der Aufklärung, in deutlicherer Ausprägung seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts festzustellen glauben, im Bewusstsein unserer Schülerinnen und Schüler deutlich zu machen und dessen glückliche Fortsetzung zu gewährleisten, indem die Tendenzen der Pazifizierung und Humanisierung Europas und der Welt eine positive Verstärkung von unserer Seite erfahren.

Lehrpersonen Geschichte & Staatskunde

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