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Feine Einblicke in eine faszinierende Welt: Ausstellung der Fachschaften Mathematik und Physik

  • 02. April 2022
  • Autor/in: Dr. Christian Knobel

Jede Person, die das Foyer des FGZ betritt, sieht es sofort – das grosse Pendel, das über zwei Stockwerke aufgehängt ist. Unaufhörlich schwingt es hin und her. Für mich ist es das Flaggschiff unserer Fachschaftsausstellung, welches wir dem grossen Engagement unseres Physiklaboranten Bruno Thurnherr zu verdanken haben. Was ist besonders an diesem Pendel? Eigentlich gar nichts, ausser dass eine elektromagnetische Spule unter dem Pendel dafür sorgt, dass die Schwingungsbewegung Tag und Nacht erhalten bleibt. Den Rest des Zaubers besorgt allein die Erddrehung. Denn wer genau hinschaut, wird sehen, dass sich die Schwingungsrichtung des Pendels im Laufe der Zeit ändert. Auf unserem Breitengrad braucht das Pendel ca. 33 Stunden für eine vollständige Umdrehung. Betrachtet man das Pendel vor und nach einer Doppellektion, so kann man die Richtungsänderung von Auge gut erkennen. Damit ist dieses Pendel ein direkt sichtbarer Beweis, dass sich die Erde tatsächlich dreht. Zum ersten Mal durchgeführt wurde dieses Experiment am 3. Januar 1851 vom französischen Physiker Léon Foucault im Keller seines Hauses und wird deshalb „Foucaultsches Pendel“ genannt.

 

Neben dem Foucaultschen Pendel finden sich in unserer Ausstellung viele weitere Perlen, die darauf warten, genauer betrachtet zu werden. So lüften aufgehängte Poster z.B. die Geheimnisse der Kreiszahl Pi, zeigen den tiefsten Blick ins Universum oder erklären, wie Eratosthenes von Kyrene bereits im 2. Jahrhundert v. Chr. den Umfang der Erde (fast korrekt) berechnete. Ebenfalls erwähnt sei die liebevoll geschriebene Broschüre von Dr. Thilo Schlichenmaier über Zahlentheorie und Kryptologie, die vor dem Sekretariat aufgelegt ist und einen gut verständlichen Einblick in dieses faszinierende Gebiet ermöglicht.