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Käse und Aliens

  • 09. November 2021
  • Autor/in: Anna Kleffel

Zwar noch äusserst verschlafen, jedoch motiviert, fand sich die G3g anlässlich der Spezialwoche, die traditionell anfangs Oktober stattfindet, am Zürcher Hauptbahnhof ein. Ein Ausflug in die Westschweiz stand auf dem Plan. Uns standen zweieinhalb Stunden Zugfahrt bevor und obwohl man uns gesagt hatte, wir sollten Kartenspiele mitnehmen, hatte niemand daran gedacht. Langweile kam aber keine auf, denn wir hatten uns viel zu erzählen.

Munter und deutlich wacher kamen wir in Gruyères an. Zuerst stand das „Maison du Gruyère“ auf dem Programm, das, wie der Name bereits vermuten lässt, ein Museum über die Geschichte und Produktion des bekannten Gruyère-Käses ist. In der Ausstellung konnten wir die Verarbeitung der Milch bis hin zur Lagerung des Käses bestaunen und bekamen sogar jeweils drei Stück verschiedener Reifungsstufen zum Probieren. Danach liefen wir bergauf in die kleine Innenstadt, den schönsten Teil Gruyères, wo wir unsere Mittagspause verbrachten. Die ganze Klasse erfreute sich sehr an den belgischen Waffeln, die dort in einem kleinen Laden in vielfacher Ausführung verkauft wurden. Mit vollem Magen machten wir uns daraufhin auf den Weg zum beeindruckenden Schloss Gruyère. Voller Energie und etwas zu aufgedreht liefen wir durch die Räume des Schlosses, wo wir nicht ganz so brav und leise waren, wie wir es sonst im Unterricht immer sind. Wir hatten, im Gegensatz zur Aufsicht des Schlosses, sehr viel Spass.

Der letzte Programmpunkt dieses Ausflugs war das „HR Giger Museum”. HR Giger war ein Schweizer Künstler, Maler und Oscarpreisträger, der eines der ersten berühmten “Alien-Monster” erfunden hatte. Den Charakter der Ausstellung hatte man uns mit den Worten skurril, dunkel, erotisch und tiefgründig beschrieben, was unserer Meinung nach nicht ganz mit dem Wort “Alien” zusammenpasste. Aus diesem Grund hatten wir keine genaue Vorstellung dessen, was uns erwarten würde. Einmal im Museum verstanden wir aber schnell, wieso man uns mit diesen Worten auf die Kunst losgelassen hatte, denn sie war wahrhaftig skurril und eigenartig. HR Giger hatte das Talent, in seinen Bildern Nachrichten, wichtige Themen und eigene Traumata mit einer wahnsinnigen Fantasie und Präzision zu verstecken. Die Klasse hatte geteilte Meinungen über die Kunst, jedoch fanden alle die Alien-Figuren und Räume mit comicähnlichen Szenarien besonders interessant.

Nachdem die Führung beendet war, traten wir den Heimweg an. Ein letztes Mal genossen wir die Aussicht, dieses Mal leider in strömendem Regen. Erschöpft und müde, aber mit vielen neuen Eindrücken, kam die Klasse gegen halb sechs am Zürcher Hauptbahnhof an.