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Erfolgreiche FGZ-Delegation an der Model United Nations-Konferenz in Paris

  • 12. Juni 2019
  • Autor: TG

Übers Auffahrtswochenende kamen knapp 500 Studenten und Schüler aus aller Welt zusammen, um in der Stadt der Revolutionen über aktuelle politische und gesellschaftliche Fragen zu debattieren und eigene Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Zu den «distinguished delegates» gehörten auch sechs Schüler aus dem FGZ, die während der vier Tage in Paris als Delegierte verschiedener Nationen unter grossem persönlichem Engagement, fundierter Sachkenntnis und politischem Geschick Unvergessliches erleben durften.

Eine Schülerinitiative wird umgesetzt

Begonnen hatte alles im vergangenen Herbst mit dem Vorschlag von Marius Marte – Schüler einer 4. Klasse des Kurzgymnasiums –, einen Model United Nations-Club am FGZ zu gründen. Die Idee der Model United Nations (MUN) und das Konzept dahinter sind indes nicht neu, sondern existieren im Grunde genommen schon seit der Gründung der Vereinten Nationen (UN). MUN funktioniert als Simulation der echten UN, ist also eine Art authentisches Planspiel, in welchem Jugendliche und junge Erwachsene die Rolle von Diplomaten der heute 193 Mitgliedstaaten der UN einnehmen und als Delegierte den Standpunkt dieser Staaten in den Verhandlungen und Komitees an den MUN-Konferenzen vertreten. Diskutiert und verhandelt werden real existierende und ganz aktuelle Probleme und Herausforderungen unserer (Welt-)Gesellschaft und dies jeweils in englischer Sprache und strikte nach den offiziellen Rules of Procedure, der Geschäfts- und Verhandlungsordnung der UN.

Nach einer längeren Planungs- und Vorbereitungsphase konnte auf Beginn des Frühjahrssemesters 2019 auch am FGZ ein MUN-Club gegründet werden. Zunächst stand für die etwas mehr als zehn Teilnehmenden – vornehmlich Schülerinnen und Schüler aus den 3., 4. und 5. Klassen unseres Kurzgymnasiums – die Festlegung einiger organisatorischer Aspekte wie etwa die Wahl eines Präsidenten und die Suche nach einer geeigneten Konferenz in absehbarer Zeit auf dem Programm.

Aufwendige Vorbereitung auf die PIMUN-Konferenz

Eine erste Möglichkeit zur Realisierung des Ziels, als Delegierte an einer Konferenz teilzunehmen, bot die Teilnahme an der renommierten Paris International Model United Nations (PIMUN)-Konferenz, die übers Auffahrtswochenende in den ehrwürdigen Gebäuden der Pariser Sorbonne- und Dauphine-Universitäten abgehalten wurde und Studenten und Schüler aus einer Vielzahl an Ländern zusammenbrachte, um in der Stadt der Revolutionen über «Klimawandel», «Gleichstellung der Geschlechter» und «La Francophonie» zu sprechen.

Die aufwendige Vorbereitung auf die Konferenz oblag den Schülern selbst, die sich innerhalb von wenigen Wochen nicht nur in die verschiedenen inhaltlichen Fragen und die komplexen Rules of Procedure einarbeiteten, sondern auch die Perspektive der von ihnen vertretenen Länder durch intensives Studium derselben einnehmen mussten. Dass die sechs Delegierten unserer Schule dabei in Eigenregie ausgezeichnete Vorbereitungsarbeit geleistet haben, bestätigte sich spätestens nach dem ersten Konferenztag in Paris.

«And PIMUN shall begin»

Eröffnet wurde die Konferenz durch eine Reihe von inspirierenden Referaten von international beachteten Gastrednern wie zum Beispiel dem ehemaligen französischen UN-Botschafter Jean-Marc de La Salbière, der in seiner Rede die Bedeutung internationaler Organisationen wie der UN und die Wichtigkeit multilateraler Verhandlungen für die Lösung globaler Probleme hervorhob. Und genau dieses multilaterale Arbeiten an aktuellen Herausforderungen stand auch für die FGZ-Delegation im Zentrum: Aufgeteilt in unterschiedliche Komitees vertraten die sechs FGZ-Schüler die Côte d’Ivoire in Verhandlungen, bei denen es um die Frage der nachhaltigeren Nutzung von Wasserressourcen ging, die Niederlande und Paraguay in einem Komitee der UNODC, in welchem Strategien gegen die illegale Finanzierung bewaffneter Truppen in Südamerika ausgehandelt wurden, Kolumbien in einem Komitee, das sich ausschliesslich um die Förderung der Situation von Frauen kümmerte (UN WOMEN), Portugal bei Fragen, die sich mit der Erhöhung der Sicherheit für verfolgte Menschen kümmerten (UNHCR), und Haiti bei einem in der PIMUN eigens angebotenen Komitee für die Förderung des Austausches und der Kooperation der frankophonen Nationen. Dabei galt es immer wieder, den eigenen bzw. den vertretenen Standpunkt zu den einzelnen, teilweise sehr detaillierten Sachfragen in zeitlich beschränkten und gleichzeitig möglichst eloquenten Ansprachen zu verteidigen, aber gleichzeitig mit den anderen Delegierten in offener Diskussion nach möglichen Kompromissen zur Lösung der behandelten Probleme zu suchen, wodurch das Potential und die grosse Bedeutung der zwischenstaatlichen Entscheidungsfindung für die Lösung globaler Probleme deutlich zum Ausdruck kam. 

Am Schluss der viertägigen Konferenz präsentierten die verschiedenen Komitees ihre in stundenlangen Verhandlungen ausgearbeiteten Lösungsvorschläge, die jeweils nach dem Prinzip und den spezifischen Schreibkonventionen der UN-Resolutionen verfasst wurden. Beendet wurde die Konferenz schliesslich durch eine feierliche Schlusszeremonie im schmuckvollen Théâtre Michel im Zentrum vom Paris. Zu den dort geehrten und ausgezeichneten Delegierten gehörte auch Haresh Zeeman, Schüler der 5. Gymnasialklasse, der als Repräsentant der Côte d’Ivoire in seinem Komitee den glanzvollen «Best Delegate Award» erhielt. Herzliche Gratulation!

«Eine sehr wertvolle und einzigartige Erfahrung»

Wie unsere sechs Teilnehmer selber bilanzierten, ist die Teilnahme als Delegierte an einer internationalen MUN-Konferenz ein grosses Highlight in der ausserschulischen Karriere eines Gymnasiasten, eine «sehr wertvolle und einzigartige Erfahrung», die Spass macht. Als «MUNer» reist man aber nicht nur in andere Städte, trifft Menschen aus aller Welt und knüpft neue und interessante Kontakte, sondern lernt auch wertvolle Fertigkeiten wie gezieltes Recherchieren, effizientes Vorbereiten, öffentliches Reden, überzeugendes Debattieren, kritisches Denken, argumentatives Schreiben, zwischenmenschliches Kommunizieren, interkulturelles Verstehen, gemeinschaftliches Schaffen, parlamentarisches Arbeiten, internationales Politisieren, globales Betrachten und natürlich gemeinsames Lösen von Problemen, die alle betreffen – Kompetenzen, wie sie so zusammengefasst in kaum einem Schulfach gelehrt und gelernt werden (können) und persönliche Bereicherungen, die selten in so kurzer Zeit zu sammeln sind.