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"bibi – weltweiter Recall einer Produktreihe: die Konsequenzen und das Coming Back"

  • 12. Januar 2017
  • Autor: KU

Heute war Nico Issenmann, ehemaliger Schüler unserer Schule, im Rahmen der Reihe FGZ im Gespräch zu Gast. In seiner Funktion als Manager und Verwaltungsratsmitglied hat er schon einigen Firmen unter die Arme gegriffen, so auch der Firma Lamprecht. Wir erfuhren heute, mit welchen Herausforderungen ein Unternehmen konfrontiert ist, damit ein Produkt sowohl den Ansprüchen der Kunden als auch den verschiedenen Prüfinstanzen im Markt standhält.

Im Jahr 2014 lancierte die Marke "bibi", Firma Lamprecht, einen neuen Schnuller. Kurz darauf erhielt die Warenkontrollbehörde in Holland eine Kundenbeschwerde, wonach der Schnuller von einem Kind zu schnell durchgebissen worden sei. Obwohl sich Lamprecht sicher war, beim gerade neu entwickelten "Nuggi" alle Normvorschriften zu erfüllen, führte die Firma weitere Tests durch, um der 87-seitigen EU-Norm gerecht zu werden. Bei folgendem Test hatte der Schnuller nicht standgehalten: Ein Kind von 9 kg Gewicht sollte während 10 Sekunden am Schnuller in die Höhe gehoben werden können, ohne dass sich das Saugteil vom Schild löst.

Der Schnuller erlitt in der Folge einen stillen Rückruf und durchlief eine lange Teststrecke. Die grösste Herausforderung beim Rückruf sei es gewesen, an alle betroffenen Artikel zu gelangen, da bei einem internationalen Vertriebsnetz die Endkunden nicht so leicht zu identifizieren gewesen seien. Zudem hatte die Aufschaltung im Rapex (= ein Schnellwarnsystem der EU für den Verbraucherschutz) zu einem Shitstorm in sozialen Medien geführt. Damit sich die Firma Lamprecht davon erholen konnte, erfolgte ein Aktionsplan zur Neuentwicklung. In der Folge wurde ein neuer Schnuller entwickelt, der heute sogar 240 kg Widerstand aushält.

Die Konkurrenz schlief währenddessen nicht und hatte die Misere von "bibi" ausgenutzt, um marktführend zu werden. Die Marktführerschaft in der Schweiz will Lamprecht nun aber mit einem neuen "Nuggi", einer emotionalen Positionierung und einer breiten Werbekampagne zurückerobern. Wir wünschen der Firma dabei viel Erfolg.