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Erfahrungen, „die frühere Jahrgänge so nicht kennen“. Die Maturitätsfeier von Ende Juni 2020

  • 01. Juli 2020
  • Autor: VA

Mit jeder Maturitätsfeier in der Kirche Neumünster schliesst sich jeweils ein Kreis. Dieser öffnet sich, wenn ein/e Schüler/in per Handschlag mit dem Rektor in die Vorklasse des FGZ (oder manchmal auch etwas später) aufgenommen wird, und schliesst sich anlässlich des Handschlags bei der Überreichung des Maturitätszeugnisses. Unter diesen symbolträchtigen Vorzeichen war es eine besonders glückliche Idee, den Handschlag auch in „Corona-Zeiten“ mittels weisser Handschuhe zu ermöglichen – so, wie es überhaupt ein wunderbares Erlebnis darstellte, diesen drei ganz besonderen, jeder einzelnen Klasse und ihren Angehörigen und Begleiter/innen gewidmeten Maturitätsfeiern beizuwohnen, deren Durchführung lange Zeit alles andere als selbstverständlich erschienen war.

Da sein, alle zusammen zur gleichen Zeit im gleichen Raum, wenn auch mit Abstand, das hat eine Qualität gewonnen, der wir uns in dieser Zeit wohl ganz speziell bewusst geworden sind.“ Diese einleitenden Bemerkungen von Seiten Rektor Dr. Thomas Bernets brachten die aussergewöhnlichen Umstände auf den Punkt, die bei der „dreigeteilten“ Verabschiedung der 65 Schülerinnen und Schüler des 127. Promotionsjahrgangs herrschten. Diese hatten im Vorfeld Erfahrungen gemacht, „die frühere Jahrgänge so nicht kennen und die eine wertvolle Grundlage für künftige Herausforderungen, z.B. im Studium, sein können“, attestierte Rektor Bernet den Maturand/innen und dachte dabei in erster Linie an die ständige Ungewissheit, die hohe Eigenverantwortlichkeit und den Zwang, aus ihrer Zeit eigeninitiativ etwas Sinnvolles zu machen – schwierige Umstände, welche die Maturand/innen im Vorfeld ihres Abschlusses umgetrieben hatten.

Musikalisch wurden die Feiern einmal mehr vornehmlich von den Maturand/innen selbst untermalt – wie immer unter der umsichtigen Leitung von Markus Stifter (Gitarre und Bass), der zusammen mit seinen Musikerinnen und Musikern – Philip Dengler (Piano), Sébastien Bagdasarianz und Donovan Müller (Schlagzeug) sowie den beiden jüngeren Schülern Alexia Dengler (Bass, Gitarre) und Leonard Eberle (Gitarre) – eine grossartige Vorstellung bot. Gesanglich überzeugten – solo und im Duett – Zelia Bjordal mit ihrer bezaubernden Ausstrahlung und einer subtilen, differenzierten und anrührenden Stimme resp. Koray Orhan mit seiner überraschend reinen Kopfstimme und einem eigenwillig-sensiblen Auftritt. Einen weiteren Höhepunkt steuerte Philip Dengler mit dem fulminanten Klavierrezital „Rondo-Toccata“ des georgischen Komponisten Rewas Laghidse (1921-1981) bei, dessen anspruchsvolle, teilweise wild-stürmischen Läufe mit beeindruckender Rhythmik und Präzision gemeistert wurden.

Die „Dreiteilung“ der Feierlichkeiten brachte es mit sich, dass dieses Jahr gleich drei Festrednerinnen auftraten, die sich, einer langjährigen Tradition gehorchend, aus der Elternschaft unserer Maturand/innen rekrutierten. So sprach an der Feier der Klasse G6e zunächst Nicole Selenko-Gebauer, die Mutter von Felix Gebauer, in der Folge Susanne Lerch, die Mutter von Olivia Lerch, an der Feier der Klasse G6f, schliesslich, für die Klasse G6g, Doris Graf, die Mutter von Olivia Schott. Und auch für die Schülerschaft waren dementsprechend drei Paare für die Maturandenreden verantwortlich: Maud Steinbach und Maximilian Schramm für die Klasse G6e, Lara Wieland und Haresh Zeeman für die G6f sowie Zoe Morgenroth und Tanguy Bock für die G6g. (Für eine genauere Würdigung der Festansprachen siehe den nächsten Jahresbericht von Nov. 2020.)

Höhepunkt und Abschluss der Feierlichkeiten bildete, verbunden mit dem Dank an die drei Klassenlehrer Hans Ruedi Guggisberg, Klaus Nürnberg und Dr. Robert Gauss, die Überreichung der Maturitätszeugnisse aus der Hand des Rektors. Gerade die Distanz, welche den Maturand/innen in den davorliegenden Monaten aufgenötigt worden war, mochte den Rektor zu seiner Schlussbemerkung veranlasst haben, wonach es „von unschätzbarem Wert [ist], wenn ihr eure Beziehungen aufrechterhaltet, die ihr über Jahre als Schicksalsgemeinschaft in unserem FGZ aufgebaut habt“. Damit konnten die maturae und maturi der tatsächlich etwas speziellen 127. Promotion „aus der überschaubaren Welt des FGZ in eine neue, offene, spannende Welt mit neuen Horizonten“ entlassen werden.

 

Bildergalerie zur Maturitätsfeier 2020