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Kunstwoche Bildnerische Gestaltung von 8. Juni – 12. Juni 2020

  • 19. Juni 2020

Die diesjährige Kunstwoche führten wir Corona bedingt rund ums Schulhaus durch. Es tat uns allen gut, gestalterische Arbeitsprozesse wieder live zu begleiten und einen aktiven Austausch zu pflegen. In dieser spannenden und abwechslungsreichen Woche entstanden vier Gestaltungsprojekte.

 

Architektur mit der Klasse G4h, Anna Janser

Wir haben uns mit dem Thema «Architektur» befasst. Das hat uns erlaubt, spannende und historische Bauwerke zu besuchen: das Wohnquartier «Gehrenholz», den «Pavillon Le Corbusier» in Zürich und die Atelierhäuser in Gockhausen vom Architekten Eduard Neuenschwander. Am Mittwoch haben wir ein Paradebeispiel des verdichteten Wohnens im Eigentum besucht; es liegt im Quartier Friesenberg. Empfangen wurden wir von Carol Kambli, einer Bewohnerin des Wohnquartiers «Gehrenholz». Es gibt 84 Wohnparzellen, aufgebaut aus vier verschiedenen Häusertypen. Diese variieren an Grösse zwischen 150m2 – 250m2 Wohnfläche. Jedes Einfamilienhaus hat einen kleinen Garten. Die Anlage wurde Ende der 80er-Jahre gebaut und anfangs der 90er-Jahre bezogen. Sie ist umschlossen von einem Altersheim, einem Asylantenheim und Schrebergärten. «Gehrenholz» ist einmalig. Durch die Siedlung fliesst ein Bach, der in einen Teich fliesst und dann in einen Badeteich. Hier können sich die Bewohner im Sommer abkühlen und unter einem Pavillion entspannen. Dieser befindet sich auf einem Steg, der sich quer über den Teich erstreckt. Zum Schluss unserer Exkursion durften wir das Haus unserer Führerin besuchen. Da sie eine Kunsthistorikerin ist und Kunstausstellungen organisiert, ist ihr Haus mit sehr interessanten, künstlerischen Werken gestaltet. Die Exkursion hat uns sehr gefallen und einen Einblick in die Bauweise der 80er-Jahre gegeben. Es war toll, dass unsere BG-Lehrerin uns dies ermöglichen konnte.

David Rühli, Luka Hajdin, Dan Gerber, G4h

 

Kunstspaziergänge und Stempeldrucke mit der Klasse G4f, Andrea Gosteli

Unsere Kunstspaziergänge führten uns ins Landesmuseum, Kunsthaus Zürich und ins Museum für Gestaltung, um die Zugänge zur Zürcher Kunst- und Designszene, inklusive den dazugehörigen, organisatorischen und gestalterischen Berufen, kennen zu lernen. Zurück im Schulhaus konnten die Schüler und Schülerinnen der G4f eine gestalterische Arbeit angehen. Ein Schüler beschreibt die Woche so: «Im Vordergrund stand, dass wir viele Eindrücke aus unseren Kunstspaziergängen sammeln und diese nachher in unser gestalterisches Projekt einfliessen liessen. Wir starteten die Woche mit einem Film über den Künstler Gerhard Richter und besuchten das Landesmuseum und die Zürcher Hochschule der Künste auf dem Toni-Areal. Beide Standorte waren wichtig, um uns Ideen zu liefern. Zwei Tage waren unserem gestalterischen Projekt gewidmet. Die Technik des Stempeldrucks war vorgegeben, doch die inhaltliche Idee war uns selbst überlassen. Ich fand die BG-Woche sehr interessant und besonders gut, dass man sich mal für eine Woche auf ein Thema konzentrieren konnte, was meiner Meinung nach vor allem in der Bildnerischen Gestaltung sehr von Vorteil ist. Auch die Abwechslung von Inspiration in Form von Film, Museumsbesuche und dann die Umsetzung einer eigenen Idee fand ich eine gute Balance!»

Beschreibung eines Schülers aus der G4f

 

Fotografie und Illustration mit der Klasse G4g, Judith Kaiser

Wir haben uns mit Illustration und Fotografie auseinandergesetzt. Schon während des Fernunterrichtes war unser Auftrag u.a., eine sechsteilige Illustration-Serie zu gestalten. Passend dazu besuchte uns die FGZ-Laborantin Silvia Todesco, die uns von den verschiedenen Aspekten der Urban-Sketching-Technik erzählte. Ausserdem konnten wir ihre Skizzenbücher bestaunen und die verschiedenen Motive und Zeichenstile betrachten.
Der Schwerpunkt der Woche lag ansonsten hauptsächlich bei der Fotografie. Ziel waren vier Fotothemen mit jeweils anderen Schwerpunkten und verschiedenen Konzepten. Da das Wetter nicht gerade das Beste war, konnten wir noch nicht mit allen Themenbereichen beginnen, und man wollte am liebsten drinnen bleiben, planen, schreiben, probe-fotografieren, sich austauschen, fertig illustrieren, reflektieren.
Da wir uns vor dem Lockdown mit Abstraktion und Plastiken auseinandergesetzt hatten, sind wir als ein weiteres Highlight dieser Woche ins Museum «Haus Konstruktiv» in Zürich gegangen. Dort gab es spannende Ausstellungen mit Plastiken, Bildern und Lichtinstallationen, die uns gefallen haben. Überhaupt war die Stimmung die ganze Woche gut und man hat sich wohl gefühlt, trotz der aktuellen Corona-Lage, des Halbklassenpräsenzunterrichts und des eher schlechten Wetters.

Johannes Böhm, G4g

 

Animationsfilm nach William Kentridge mit der Klasse G4e/f,  Veronica Votta und Jlien Dütschler

Unser Thema war der Animationsfilm und die Kohlezeichnungen. Zunächst lernten wir den südafrikanischen Künstler William Kendridge kennen. Berühmt für seine Trickfilm-Zeichnungen, beschäftigt er sich stark mit der Geschichte und dem Leben in seinem Heimatland in den Jahren der Apartheid. Seine Animationsfilmtechnik diente uns als Inspiration und als Vorbild für die eigenen Projekte, die mit Kohle gezeichnet wurden. Für seine Animationen filmt Kentridge eine einzelne Zeichnung, um sie danach auf dem gleichen Blatt Papier teilweise auszuradieren und leicht zu verändern, bevor sie erneut gefilmt wird. Jedes neue Bild ist daher ein Palimpsest, das Spuren des alten Bildes aufweist. Wir setzten uns genau mit der Methodik der Kohlenzeichnung auseinander. Am Montag besuchte uns Thomas Binotto, Filmjournalist und ein Experte in Sachen Animationsfilm, von dessen Geschichte er uns erzählte. Weiter besuchten wir das Kunsthaus und hatten die Aufgabe, eines der Gemälde als Kohlezeichnung umzusetzen. Dieses wurde dann die Ausgangslage unseres Animationsfilms. Es ist sehr interessant, wie unterschiedlich sich die Arbeiten entwickelt haben: Ein strenges Portrait von Munch verwandelt sich in einen Kraken oder Felix Valottons Gemälde «Hautes Alpes, glaciers et pics neigeux» von 1919 schmilzt langsam dahin bedingt durch den Klimawandel.

Nina Amacher, G4g