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Präsentation ausgewählter Maturitätsarbeiten, Januar 2020

  • 03. Februar 2020
  • Autor: VA

Gegen Ende Januar findet jeweils ein regelrechtes Highlight im schulischen Alltag des FGZ statt: die Präsentation ausgewählter Maturitätsarbeiten in der Aula vor einem vielköpfigen Auditorium von Schülern, Lehrern und Eltern. Die Verfasserinnen und Verfasser einiger der besten Maturitätsarbeiten präsentieren die Resultate ihrer Forschungstätigkeit in ca. zehnminütigen Referaten.

Mit dem Verfassen einer Maturitätsarbeit wird die Ernte eines Arbeitsprozesses eingefahren, der sich über ein ganzes Jahr erstreckt und die angehenden Maturandinnen und Maturanden mit Herausforderungen konfrontiert, die weit über das bisher Erfahrene hinausgehen. So betonte Rektor Dr. Thomas Bernet in seiner kurzen Begrüssung einige zentrale Aspekte dieses Prozesses: den «Marathonlauf», der den Autor/innen «Fitness und Stehvermögen» abverlangt, das «Vertiefen und Durchdringen komplexer Materien» sowie, im Endeffekt, die «immense thematische Breite» der Arbeiten.

Nicola Surber (Klasse G6g, Betreuer: Luzian Reinhardt) stellte seine Arbeit mit dem Titel Die sexuelle Selektion in Drosophila prolongata vor, eine anspruchsvolle Studie zu einer bislang nahezu unerforschten, hauptsächlich in Asien vorkommenden Fliegenart, von denen er einen Teil einer Mangelernährung aussetzte, um deren Paarungsstrategie resp. Paarungserfolg zu analysieren.

Einem völlig anderen Bereich entstammt die Arbeit von Anna Fischer (Motivdesign mit Siebdruck zum Thema Meeresverschmutzung, Klasse G6f, Betreuerin: Jlien Dütschler), in der sie, einen theoretischen und einen praktischen Teil miteinander verschmelzend, im höchst aufwendigen und anspruchsvollen Siebdruckverfahren eigens gestaltete Motive – dabei die Ästhetik der Qualle mit diversen Formen von Plastikmüll paarend – auf Badetücher druckte.

Als erster Schüler überhaupt, der seine Präsentation in französischer Sprache vortrug, setzte Alexander Braun (Klasse G6g) die Zuhörerschaft ins Bild über die Resultate seiner unter dem Titel Où en est‐on en matière de photoprotection? Bilan et perspectives après une incursion chez L’Oréal vorliegenden Arbeit (Betreuerin: Dr. Fabienne Douls) zum Thema der idealen Sonnencrème. Seine diesbezüglichen Forschungen, darunter auch ein einwöchiges Praktikum bei L’Oréal in Paris, hatten ergeben, dass es, zum Schutz vor der Sonneneinstrahlung, keine ideale Crème für jedermann gebe und die ideale Massnahme darin bestehe, die Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

Mit der menschlichen Leber, Leberkrankheiten und Lebertransplantationen befasste sich Nerea L. Keller (Klasse G6f) in ihrer Arbeit Einblick ins Wyss Zurichs Liver4Life: Die Leberregeneration ex vivo (Betreuerin: Dr. Bahar Behzadi). Die Autorin stellte im Speziellen eine neu entwickelte Maschine vor, welche die Leber ausserhalb des Körpers eine Woche am Leben zu erhalten vermag, wodurch die Anzahl Spenderlebern vergrössert und damit mehr Menschenleben gerettet werden können.

Louis Spiesshofer (Klasse G6g) nahm seine Maturitätsarbeit zum Anlass, einen umfassenden Marketingplan zu erstellen für die von ihm zusammen mit einigen Mitstreitern gegründete und geführte Nonprofit-Organisation Cloudymind (Creating and implementing a guide for marketing Cloudymind, Betreuerin: Olive Decorvet), die sich der Hilfe für Teenager bei schulischen oder Lebensproblemen verschrieben hat.

In ihrer eindringlichen Präsentation gewährte Maud Steinbach (Klasse G6e) dem Auditorium Einblicke in die Geschichte ihrer Vorfahren. Sie hatte in ihrer Arbeit unter dem Titel Kooperation, Kollaboration und Résistance – meine deutsch‐französische Familiengeschichte während des Zweiten Weltkriegs (Betreuer: Marcel Engel) in langen persönlichen Interviews herausgearbeitet, wie sich verschiedene Mitglieder ihrer Familie während des Zweiten Weltkriegs – in Deutschland und Frankreich – verhalten haben, wobei, wie der Titel der Arbeit andeutet, ganz unterschiedliche Befunde zutage traten.

Ebenfalls auf dem historischen Parkett, wenn auch in gänzlich anderer Manier, bewegte sich Aurel Romero (Klasse G6f), der sich nichts weniger als die Gesichtsrekonstruktion am Beispiel von Ulrich von Hutten (Betreuer: Doron Toggenburger) vorgenommen hatte. Dem Renaissance-Humanist, Dichter und Publizisten sollte, mithilfe von dessen exhumierten Schädel, ein Gesicht gegeben werden. Es gelang dem Autor in bestechender Weise, unter Weiterentwicklung der in der Forensik gebräuchlichen Manchestermethode und mittels des 3D-Drucks, alle relevanten Muskeln Ulrich von Huttens anatomisch korrekt zu rekonstruieren und zu formen.

Ob Fälscher Bösewichter der Kunstwelt oder missverstandene Helden seien, fragte sich Alessia Heim (Klasse G6e) in ihrer Arbeit über Kunstfälschungen unter dem Titel Das ist doch keine Kunst (Betreuerin: Jlien Dütschler). In einem praktischen sowie einem umfangreichen theoretischen Teil folgte sie den Spuren des Fälschers am Beispiel von Gustav Klimt und widmete sich eingehend der Frage, was Fälschungen, wenn überhaupt, genau von Kunst unterscheidet.

Nach den acht auch rhetorisch überzeugenden, vom Publikum bis zuletzt konzentriert verfolgten und jeweils mit grossem Applaus bedachten Präsentationen, die für die ganz am Anfang des Prozesses stehenden Fünftklässler zahlreiche Impulse und viel Inspiration bereithielten, übernahm es, anstelle des verhinderten Präsidenten Mischa N. Vajda, für einmal Rektor Bernet, den Referent/innen den im Namen der Ehemaligenvereinigung Alumni FGZ vergebenen Anerkennungspreis zu überreichen.