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Sabine Gisiger, Regisseurin, Professorin an der ZHdK und ehemalige FGZ-Schülerin zu Besuch

  • 23. Januar 2019
  • Autor: KD

Wie ergibt sich eigentlich das Thema für einen Dokumentarfilm? Wie persönlich ist die Wahl des Themas? Wie schwierig ist es, neutral zu bleiben? Wie bringt man die Protagonisten dazu, im Film mitzumachen? Diese und unzählige weitere Fragen wurden am 16. Januar im Rahmen des Formats FGZ im Gespräch auf der Bühne der Aula vor den aufmerksamen Zuhörerinnen und Zuhörern aller fünften und sechsten Klassen erörtert. Schwerpunkt des Gesprächs bildete Sabine Gisigers jüngster Dokumentarfilm «Willkommen in der Schweiz – Können wir uns die humanitäre Tradition nicht mehr leisten?», der vor dem Hintergrund kontroverser Aussagen eines politischen Hardliners zum Flüchtlingsstrom des Jahres 2015 entstanden ist. Nicht zuletzt das internationale Medienecho, das diese Äusserungen ausgelöst hatten, brachten Sabine Gisiger dazu, den Ursachen dieser Ablehnungspolitik nachzugehen und dabei auch andere Standpunkte aufzuzeigen. Entstanden ist dabei ein lakonischer Film, der Einblick gewährt in die politische Arbeit von Gemeinden, Bürgerkomitees und Bundesbern, sich aber auch an sehr persönliche Seiten der drei Hauptprotagonisten Andreas Glarner, Johanna Gündel und Susanne Hochuli herantastet.

Mit Frau Gisiger diskutierten Jonathan Maurenbrecher (O62), der sich in seiner Maturitätsarbeit theoretisch und künstlerisch mit dem Integrationsthema auseinandergesetzt hatte und Fragen zu politischen und gesellschaftsrelevanten Themen stellte, Lukas Huber (O62), der für seine Maturitätsarbeit selbst einen Dokumentarfilm gedreht hatte und im Gespräch der technischen und organisatorischen Seite eines Filmdrehs nachging, und Lyn Katzensteiner (O62), die das grosse Ganze im Auge behielt. Sabine Gisiger unterhielt das Publikum mit vielen Hintergrundinformationen zur Entstehung des Films und mit Anekdoten zu den Protagonisten. Darüber hinaus berichtete sie auch über die Erfahrung, von einem Shitstorm betroffen zu sein, den ihr das Aufladen des Filmtrailers beschert hatte. Ihr einnehmendes, unkompliziertes und angenehm ironisches Wesen trug dazu bei, dass der Anlass lehrreich und kurzweilig war und unsere Moderatoren ein Gespräch auf Augenhöhe führten.