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Schülerportrait

  • 07. April 2017
  • Autor: VA

Sie ist mit ihren 17 Jahren noch sehr jung für eine Maturandin. Diesen Sommer wird Yael van der Geest ihre (Latein-) Matur absolvieren und das FGZ verlassen. Ihr Studienfach, die Medizin, steht seit Kurzem fest, auch wenn ihr die Wahl nicht leicht gefallen ist: Sie ist, und das schon von klein auf, eine sehr breit interessierte Person.

Als sie im zarten Alter von fünf Jahren das Klavierspiel erlernen möchte, zögern die Eltern – zu vieles schon hat sie angefangen und schnell wieder fahren lassen. Wenn man sie heute – z.B. anlässlich der Semester-Eröffnungsfeier oder bei der Präsentation der besten Maturitätsarbeiten – spielen hört, ist man dankbar dafür, dass ihr die Eltern damals erlaubt haben, über ein Jahr hinweg beim Grossvater zu üben. Als Siebenjährige erhält sie dann ein erstes (altes) eigenes Klavier geschenkt und regelmässigen Unterricht.

Ihre Klavierlehrerinnen, von denen Yael nur in den höchsten Tönen spricht („Ohne sie wäre ich nirgends“), erkennen rasch, dass eine grosse Begabung vorliegt. Damit und mit ihrem Fleiss vermag sie die Eltern schliesslich zu überzeugen: Mit neun Jahren schenken sie ihr einen Steinway-Flügel. Und wenngleich sie auch Jazz- und Popmusik sehr gerne hört – spielen mag sie darauf ausschliesslich klassische Musik, wobei es ihr die Werke der Romantik besonders angetan haben. Ihr Herz schlägt exklusiv für Frédéric Chopin, dessen Musik sie, seit ihrem siebten Lebensjahr, gleichsam verfallen ist. Bei keinem Komponisten verspürt sie mehr Motivation, sich reinzuknien, als beim ihm.

Ihre Maturitätsarbeit widmete sie – wen wundert’s? – der Musik, wobei sie sich sehr viel vorgenommen hatte. Unter dem Titel „Im Wohnzimmer der Komponisten: Variationen aus drei Musikepochen“ variierte sie die Melodie des alten Kinderliedes „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ in dreifacher Weise, um die Eigenschaften der Musikepochen des Barock, der Klassik und der Romantik herauszustreichen. Ihr Betreuer, Ueli Senn, Musiklehrer am FGZ seit 1981, habe anfangs nicht daran geglaubt, dass sie es schaffen würde, ihr Thema zu bewältigen, erzählt sie verschmitzt – und lobt in der Folge die grosse Unterstützung, die sie durch ihn erfahren hat: „Der eindrücklichste Musiker, den ich je kennengelernt habe!“ Ein sehr strenger Lehrer, ergänzt sie, der seine Arbeit liebt und die Musik.

Yael wird, wie gesagt, diesen Sommer ihre Ausbildung am FGZ abschliessen. Ihrem dringenden Wunsch, das Freie Gymnasium zu besuchen, waren die Eltern damals nur nach einer Vorleistung nachgekommen: Sie musste erst eine gute Primarschülerin werden, um überhaupt die Erlaubnis zu erhalten, an die Prüfung zu gehen. Vielleicht wird sie sich an der Maturanden-Entlassungsfeier ein letztes Mal im Rahmen ihrer FGZ-Schulzeit ans Klavier setzen und den musikalischen Rahmen mitgestalten. Es wäre wunderbar, wenn dabei noch einmal die Musik von Chopin erklingen würde.