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Shlomo Graber spricht am FGZ

  • 17. April 2018
  • Autor: TG

Es waren weit über 200 Personen – darunter nicht nur Schüler/-innen und Lehrer/-innen unserer Schule, sondern auch Eltern und andere auswärtige Gäste –, die heute, 9. April 2018 in die bis auf den letzten Platz besetzte Aula strömten, um diese denkwürdige und aussergewöhnliche FGZ im Gespräch-Veranstaltung nicht zu verpassen. Als Überlebender des Holocausts und damit als einer der letzten Zeitzeugen des grössten Verbrechens der Menschheitsgeschichte kam Shlomo Graber an unsere Schule, um uns seine ergreifende und unfassbare Lebens- und Leidensgeschichte zu erzählen.

Shlomo Graber wurde 1926 in Majdan, damals Tschechoslowakei, geboren und verbrachte seine Kindheit in Ungarn. Nachdem Graber und seine Familie 1941 bereits deportiert wurden, folgte 1944 eine weitere Deportation als Staatenlose in das von den deutschen Nationalsozialisten besetzte Polen, bevor die ganze Familie im Mai 1944 ins Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gebracht wurde. Wie durch ein Wunder überlebte Graber Auschwitz, zwei weitere Konzentrationslager und einen Todesmarsch, bis er und sein Vater im Mai 1945 durch die Rote Armee befreit wurden. 77 Angehörige seiner Familie wurden durch den Wahnsinn des Nationalsozialismus ermordet.

Trotz dieser schrecklichen Erfahrungen, die Shlomo Graber durch seine Peiniger erfahren musste, will er nicht hassen, sondern seine Geschichte weitererzählen. Denn so unbegreiflich es scheint, dass Menschen anderen Menschen so etwas antun können, so unvorstellbar die Gräuel der Nationalsozialisten sind und so unfassbar die Zahl der Opfer dieses Zivilisationsbruches ist, so ist es dennoch wahr, was sich vor nur etwas mehr als 70 Jahren inmitten Europas abgespielt hat. Graber musste dies am eigenen Leib und Leben erfahren. Er ist, wie er selbst sagt, wahrhaftig durch die Hölle gegangen. Dass er uns heute seine Geschichte erzählt hat, hilft uns nicht nur, das Unvorstellbare ein Stück weit verständlicher zu machen und dem Unbegreiflichen ein Gesicht zu geben; Graber und seine Geschichte stellen auch einen ausserordentlich wichtigen und wertvollen Beitrag gegen das Vergessen dar.

Wir danken Shlomo Graber ganz herzlich, dass er heute seine Geschichte mit uns geteilt hat!

 

 

Shlomo Grabers Buch Der Junge, der nicht hassen wollte. Eine wahre Geschichte (Riverfield Verlag, Basel 2017) wurde von Giovanni Valle, Geschichtslehrer, rezensiert und ist ab sofort in unserer Bibliothek ausgestellt.