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«Sie sind Gefangene in ihrer grünen Wüste.»

  • 13. März 2019
  • Autor: PF

So nennt Marie Crescence die Frauen ihrer Heimat. Die studierte Ökonomin ist Geschäftsführerin von RADD, einer Organisation, die sich für Gerechtigkeit benachteiligter Menschen sowie nachhaltige Entwicklung im Zusammenhang mit Ressourcen in Kamerun einsetzt.

Mit Bildern und persönlichen Erfahrungsberichten zeigte unser Gast anhand des Beispiels der Palmölproduktion auf, mit welchen Problemen auf allen Ebenen sich ihr Land im Zusammenhang mit den riesigen Monokulturen ausgesetzt sieht. Leidtragende sind oft die Frauen, die sich in ihrer traditionellen Rolle als Ernährerinnen der Familie ihrer Anbauflächen beraubt sehen. Die Folgen in einem ohnehin komplizierten politischen System und einer korrupten Umgebung sind für Land, Bevölkerung und Natur riesig und bilden unüberwindbare Hindernisse, um vorwärtszukommen Richtung Gerechtigkeit und sozialen Frieden: Familien berauben sich gegenseitig, Gewalt und Kleinkriminalität nehmen zu, der entsprechende Druck der Polizei fördert den Unfrieden untereinander zusätzlich, die Löhne können sich so kaum entwickeln, usw. Hinzu kommt die ganze Umweltproblematik durch die belastende Produktion der ausländischen Palmölfabriken.

Frau Crescence zeigte mit viel Herzblut, wie und wo ihre Organisation im Kleinen helfen, antreiben und zum Besseren ermutigen kann: Vernetzt auf Unrecht aufmerksam machen, aufklären, mit Regierung, Ministerien und Justiz im Gespräch bleiben, um mit Vehemenz gegen die vielen Unstimmigkeiten anzutreten. Einmal mehr ist uns bewusst geworden, dass diese unsere Welt - letzten Endes wir alle - vieles an Hausaufgaben zu erledigen hat. Danke vielmal, Marie Crescence, für Ihren Besuch und Ihren beherzten Einsatz.