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SJF Wettbewerb Brugg

  • 19. Mai 2016
  • Autor: Carmel Peterhans

"Das kommt gut."

Mit diesen Worten beendete Flurina Rigling im Mai 2015 einen E-Mail-Verkehr, als wir wieder einmal den Stand ihrer Maturaarbeit besprachen. Sie hatte viele Stunden ihrer Frühlingsferien in Birmensdorf, an der eidgenössischen Forschungsanstalt für Wasser, Schnee und Landschaft (WSL), verbracht. Dort hatte sie sich mit Burgundertrüffeln beschäftigt und sich dabei vor allem für die kleinen Ringe auf den oberflächlichen Warzen der Fruchtkörper interessiert. Durch ein eigens entwickeltes Verfahren, das auf hochaufgelösten Fotografien, sorgfältigem Ausmessen und statistischem Vergleichen der Ringe verschiedener Warzen beruht, konnte Flurina in ihrer Arbeit zeigen, dass die ringartigen Strukturen innerhalb einer Warze und zwischen Warzen eines Fruchtkörpers synchron verlaufen. Ein Abgleichen mit hochaufgelösten Klimadaten könnte wichtige Erkenntnisse zum Wachstum der Trüffel liefern. Somit hat Flurina eine Pionierarbeit auf diesem Gebiet verfasst, die Methoden aus der Dendrochronologie, der Jahrringforschung an Bäumen, ein Stück weit neu erfindet und Einsichten in die sehr eigene Welt der gastronomisch relevanten Pilze liefert.

Die Arbeit verdiente die Anmeldung am nationalen Wettbewerb der Stiftung Schweizer Jugend Forscht (SJF). Für Flurina folgte ein halbes Jahr mit SJF Workshops, intensiver Arbeit mit Experten und der Verfeinerung ihres Textes, Posters kreieren und vielen interessanten Diskussionen über Trüffel.

Und nun endlich ist es soweit. Es ist Ende April und der SJF-Wettbewerb in Brugg AG steht vor der Tür. Der Tag ist lau und im Gebäude der Hochschule für Technik Nordwestschweiz spürt man die unterschwellige Spannung bei Jugendlichen, Familien und Experten. Gleichzeitig freuen sich die Teilnehmenden, ihre Erkenntnisse zu teilen, und sind neugierig darauf, was die anschliessende Prämierungsfeier wohl bringen mag. Schlendert man durch die Reihen von ansprechend gestalteten Postern und lässt sich hie und da von einem Jugendlichen etwas zur Arbeit erklären, sind Faszination und Leidenschaft für das eigene Themengebiet sofort spürbar. Atemberaubend ist die Vielfalt an Gebieten, die durch die Maturandinnen und Maturanden abgedeckt wird, die von Sibä-Sachä-Bags über die physikalische Vermessung des Tänzerbeins bis hin zum Bau eines 3D-Displays reichen.  Und mitten unter ihnen unsere beiden FGZler Flurina Rigling und Rafael Ruch mit Trüffel-Wachstum und Dankbarkeit.

Zu bald schon werden die Plakate abgehängt und die Besucher begeben sich - nach kurzem Luftschnappen auf dem Bahnhofsplatz von Brugg - in den grossen Saal der Hochschule. Das Licht ist gedimmt, prächtige Blumenbouquets säumen die Bühne zusammen mit dem einprägsamen Logo der Stiftung SJF. Pünktlich beginnt die Feier mit einem musikalischen Auftakt, worauf der Moderator das Wort ergreift und das Publikum und die Jugendlichen begrüsst. Und dann das Highlight aus Sicht des FGZ: Flurina darf als eine von zwei Rednerinnen ihre Arbeit in einem Kurzreferat präsentieren und ihre Eindrücke von der Teilnahme am Wettbewerb schildern. Wenig später wird sie unter eine der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gekürt, die das Prädikat "hervorragend" erhalten und mit dem Sonderpreis Teilnahme an der "Expo Sciences Europe 2016", einer Wissenschaftsausstellung in Toulouse, geehrt. Rafael Ruch, auch diesjähriger Teilnehmer und ehemaliger FGZ Schüler, feiert bei dieser Gelegenheit mit seiner Arbeit über "Dankbarkeit - eine zutiefst menschliche Stärke" sein Prädikat "sehr gut" und den Sonderpreis "Academia Engelberg", einer Wissenschaftskonferenz.

Mit vom heftigen Applaudieren gereizten Handflächen verlassen wir, Luzian Reinhardt und ich, den Saal und möchten euch die besten Wünsche für eure Zukunft überbringen: Herzliche Gratulation an euch beide, Flurina und Rafael!
Es kam wirklich gut.

Bilder: Luzian Reinhardt