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Unsere Maturand/innen auf staatskundlicher Exkursion

  • 02. April 2019
  • Autor: VA

Den Schweizer Schülerinnen und Schülern wird jüngst in Sachen politische Bildung (wieder einmal) ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Der staatskundliche Unterricht an den Schulen müsse unbedingt ausgebaut werden – ein Desiderat, das am Freien Gymnasium Zürich bereits seit „ewigen Zeiten“ eingelöst wird: eine Wochenlektion Staatskunde, über die Geschichtslektionen hinaus, in der fünften und sechsten Gymnasialklasse. Den Höhepunkt dieses wertvollen Unterrichts stellt der alljährliche Ausflug der Maturklassen ins Bundeshaus dar – organisiert von Doron Toggenburger, begleitet dieses Jahr von seiner Fachschaftskollegin Daniela Kunz und den -kollegen Marcel Engel und G. Valle.

Und so war es auch der aktuellen Generation von Maturandinnen und Maturanden vergönnt, unserer Legislative, im Speziellen dem Nationalrat, bei der Gesetzgebungsarbeit zuzusehen. Es war ein lehrreicher Einblick in die Beratung der Frage, ob der Bund eine eigene elektronische Identität herausgeben oder ob diese Aufgabe von privaten Firmen übernommen werden solle. Im Zusammenspiel einer Rede und Antwort stehenden Bundesrätin Keller-Sutter, einer mit ihren Anträgen durch’s Band scheiternden links-grünen Minderheit und einer für einmal geschlossenen Mitte-rechts-Mehrheit erteilte der Nationalrat schliesslich einer staatlichen E-ID eine klare Abfuhr.

In der Folge kamen unsere Maturand/innen in den Genuss einer kurzen Führung durch das 1902 errichtete Bundeshaus, wo viel Wissenswertes vermittelt wurde zur Architektur, zu den verwendeten Gesteinsarten, zur künstlerischen Ausstattung bis hin zu den lateinischen Inschriften, wobei die Eine und der Andere mit ihren resp. seinen altphilologischen Kenntnissen zu glänzen wusste. Davor jedoch bildete wohl die Begegnung mit zwei jungen, engagierten sozialdemokratischen Politikern den Höhepunkt der Studienreise: Mattea Meyer, die 33-jährige „Benjamina“ der Grossen Kammer, und Cédric Wermuth, der nur um ein Jahr ältere Senkrechtstarter, sahen sich mit den Fragen unserer Schülerschaft und, erwartungsgemäss, mit teilweise hartnäckigem Widerspruch konfrontiert – und gaben dabei ein eindrückliches Beispiel ab für persönlichen Einsatz und aktives Handeln nach den eigenen politischen Überzeugungen.

So verschränkten sich einmal mehr ganz unterschiedliche Ansätze – die Legislative bei der konkreten Arbeit, etwas politische resp. ästhetische Theorie zum Bundeshaus sowie die Begegnung mit zwei „brennenden“ Jungpolitikern – zu einer integralen, gewinnbringenden staatskundlichen Lehrstunde.