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Unsere Maturand/innen im Berner Bundeshaus

  • 22. April 2016
  • Autor: Giovanni Valle

Es war ein sehr spannender und aufschlussreicher Ausflug, den Doron Toggenburger (Fachschaft Geschichte/Staatskunde) für die Maturklassen organisiert hatte: ein Besuch im Berner Bundeshaus, verbunden mit einem Aufenthalt auf den Tribünen und dem Verfolgen einer Debatte des Nationalrats, einer Führung durch die Innereien des Parlamentsgebäudes sowie, ein weiterer Höhepunkt, der persönlichen Begegnung mit einem aktuellen Parlamentarier. Thomas Matter (SVP) nahm sich freundlicherweise eine halbe Stunde Zeit für uns, obwohl er gerade an diesem Tag in der Debatte um die Unternehmenssteuerreform eigens gefordert war, und beantwortete die zahlreichen, teilweise auch kritischen Fragen unserer Maturand/innen engagiert und humorvoll.
Natürlich war man vom Ratsbetrieb zunächst recht schockiert: ein nur ansatzweise gefüllter Nationalratssaal, viele Parlamentarier/innen in ihre Arbeit am PC oder – bei entsprechendem Lärmpegel – ins Gespräch mit dem Nachbarn vertieft, obwohl vom Rednerpult Votum um Votum erfolgte. Gerade auch als Lehrer beschlich einen ein durchaus mulmiges Gefühl. Aber: „Am faulsten sind die Parlamente, die am stärksten besetzt sind.“ Das Diktum Winston Churchills und eine aufliegende Broschüre der Parlamentsdienste belehrten uns schliesslich eines Besseren: Ein Ratsmitglied hat, neben seiner Teilnahme an den Debatten, zahlreiche weitere Aufgaben zu erfüllen: Fraktions- und Kommissionssitzungen, das Verfassen von Voten und Anträgen, Medientermine, die Begegnung mit Besuchergruppen usw. Die allermeisten Volksvertreter/innen sind somit im Parlamentsgebäude anwesend und in irgendeiner Form aktiv und kommen, sobald die Klingel ertönt, für die Abstimmungen in den Saal.
Dies und viele weitere wissenswerte Fakten – z.B. dass der ganze Parlamentsbetrieb jeden Einwohner der Schweiz jährlich ungefähr 13 Franken kostet – brachten wir auf unserem Ausflug nach Bern in Erfahrung. Besonders spannend war es auch, von den Nationalratstribünen herab viele aus den Medien bekannte Gesichter von Nationalrät/innen, aber auch Bundesrätin Sommaruga und Bundesrat Maurer zu sichten. So kehrten wir, die Maturandinnen und Maturanden und ihre Begleiter, mit dem Gefühl ans FGZ zurück, über die intensiven, aber rein theoretischen Staatskunde-Lektionen hinaus für einmal den lebendigen Puls der hohen Politik gefühlt zu haben. (va)