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Vom FGZ an der St. Annagasse zum Indianertipi in South Dakota - FGZ im Gespräch mit Herrn Dr. med. G. Riedler

  • 29. Mai 2017
  • Autor: TG

Dass diese FGZ im Gespräch-Veranstaltung etwas Besonderes werden würde, konnten sich die Vorklässlerinnen und Vorklässler bereits im Vorfeld ausmalen, denn ein Indianer hatte bis anhin wohl noch nie den Weg in die Aula unserer Schule gefunden. Dementsprechend gespannt waren die Schülerinnen und Schüler auf die Ausführungen von Herrn Dr. med. G. Riedler alias He ska Zintkala, der heute nicht nur als Indianer, sondern auch als ehemaliger Freigymi-Schüler zu seinem Publikum sprach.

Schon sein Weg ans FGZ – damals noch an der St. Annagasse platziert – gestaltete sich aussergewöhnlich, denn eigentlich hätte Herr Riedler eine Berufslehre absolvieren sollen. Letztere wurde aber vor deren Beendigung abgebrochen, und so gelangte Herr Riedler schliesslich über Empfehlung eines Berufsberaters ans FGZ, das er 1956 erfolgreich mit der Matura abschliessen konnte. Bereits während seines darauffolgenden Studiums der Medizin zog es Herrn Riedler in die USA, wo er in einem Spital erstmals mit den indigenen Völkern Nordamerikas in Kontakt kam. Daraus entwickelte sich schliesslich nicht nur das Bedürfnis, diesen Menschen in ihren teilweise schwierigen Lebenssituationen zu helfen, sondern auch eine tiefe Faszination für die Geschichte und Kultur der Indianer. Während mehreren Wochen pro Jahr lebte und lebt Herr Riedler, den die Indianer He ska Zintkala („Vogel der weissen Berge“) nennen, bei den Lakota-Indianern in den Black Hills in South Dakota.
   
Ein Stück dieser Faszination für die Geschichte und Kultur der Indianer, oder Native Americans, wie sie korrekt bezeichnet werden sollten, konnte Herr Riedler auch dem interessierten Publikum weitergeben. Nach einem ausführlichen und illustrativen Gang durch die teilweise tragische und auch sehr verlustreiche Geschichte der Native Americans ermöglichte der Referent seinen Zuhörerinnen und Zuhörern auch, mit einer Vielzahl an authentischen, selbst hergestellten Instrumenten einen Einblick in die Kultur der Lakotas zu nehmen. Dabei kam auch das für diese schriftlose Kultur bedeutsame Erzählen – heute in Form der Geschichte vom Jungen mit dem Narbengesicht – nicht zu kurz. Dass die Ausführungen von Herrn Riedler alias He ska Zintkala beim jungen Publikum auf grosses Interesse stiessen, bestätigte sich nicht nur in den vielen Schüler- und Schülerinnenfragen zum praktischen Leben als Indianer, sondern auch in der sichtbaren Begeisterung, die im Anschluss an die abschliessende, eindrückliche Räucherzeremonie zu erkennen war.