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Wenn Zwingli auftaucht ...

  • 24. September 2019
  • Autor: PF

... dann muss einiges los sein.

Immerhin, eine bekannte Persönlichkeit erweist uns die Ehre: Nicht als «sittenstrenge Spassbremse!», wie man ihn vielleicht vom Klischee her kennt, entwarnte gleich zu Beginn unsere Prorektorin Christine Aerne alle Beteiligten. Nein, wenn schon an einer Bildungsstätte, dann soll er doch als Humanismus-Zwingli seinen Auftritt inszenieren. Ihm, der - zu seiner Zeit beachtenswert - den einzelnen Menschen mit seinen ihm zugedachten Gaben und Fähigkeiten, mit seinem Wert, seiner Freiheit in den Mittelpunkt rückte, ihm war eben dieser Mensch als Hauptträger von Disputationen zu aktuellen und brennenden Fragen von unschätzbarem Wert. Analog zu seinem Disputieren fanden in der Aula 3 Podiumsgespräche statt: Schülerinnen und Schüler aus den 5. und 6. Klassen erörterten vor ihren Jahrgangskollegen mit Gästen aus Kirche, Bildung und Sozialem engagiert, originell und intelligent Fragen und Probleme rund um Religion, Sozialem und Staat im Heute. Angestrebt war nicht irgendein Konsens, vielmehr wurde allen Zuhörenden bewusst gemacht, wie sehr jedes «Streitthema» differenziertes Beleuchten verdient und wie anspruchsvoll, aber auch interessant es ist, eine Frage von unterschiedlichsten Blickwinkeln her zu besehen. Disputieren eben. Zwingli hätte mit Freude mitgestritten.

Höhepunkt war zweifelsohne die Enthüllung unseres in der Seefeldstrasse platzierten blauen Reformators in seinem Gelehrtenrock voller biblischer Zitate in vier Sprachen durch den Neumünsterpfarrer Leo Suter. Er ist einer von 14 weiteren markanten, thematisch kunstvoll gestalteten Zwingli-Dubletten, mittels denen sich der Zürcher Reformator auf Plätzen und Gassen unter die Bevölkerung mischt, um uns nach 500 Jahren an sein zeitloses Anliegen zu erinnern: "… semper reformanda!"

Analog dazu, im Sinne von Zwinglis sozialem Eifer und seinem Wissen, irdische Gerechtigkeit sei ständig, wieder und wieder zu verwirklichen, wurde anschliessend an zwei bildungs- und jugendnahe Institutionen der von libref ausgesetzte Preis in Form von 2 mal tausend Franken vergeben. Eine Philosophieklasse des Maturjahrgangs erhielt die dankbare Aufgabe, die beiden Institutionen zu erküren und in Zwinglis Beisein zu würdigen.

Nicht mit einem Wurstessen, er möge es verzeihen, sondern mit Älplermagronen, von den Schülerinnen und Schülern aller Klassenstufen mit Heisshunger verzehrt, fand ein vielfältiger und gelungener Anlass bei idealstem Wetter seinen Abschluss.