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TecDay am FGZ: Per Funk nach Helsinki

  • 16. November 2021
  • Autor/in: Dylan Christensen, G5g

Am Freitag, den 12. November, erlebte die Schülerschaft unseres Gymnasiums Schule mal anders, denn das FGZ veranstaltete einen TecDay. Schon als ich am Morgen von der Tramhaltestelle zur Schule lief, wurde mir klar, dass heute kein gewöhnlicher Schultag sein würde. Nicht nur das riesige Poster an der Schulfassade, sondern auch die Vielzahl der sich in den Gängen aufhaltender Schüler, die sonst immer verschachtelt in ihren Klassenzimmern sitzen, deuteten auf einen ausserordentlichen Unterricht hin.

In meinem zweiten von insgesamt drei Modulen lernte ich von zwei Mitgliedern der Schweizerischen Radioamateure, Markus Meier und Willi Vollenweider, einiges über die Kommunikation mit Satelliten. Nach einem technischen, physikintensiven Teil über die Theorie der Satellitenkommunikation und einer Einführung in die Welt der Radioamateure machten wir uns ans Praktische: Die Radioliebhaber waren schwer bewaffnet mit neustem Funk-Equipment und einer Funkschüssel, die aus dem offenen Fenster in den Himmel gerichtet wurde. Mithilfe des Satelliten Es’hail-2, eines Fernseh-Satelliten für den Mittleren Osten und Nordafrika, nahmen wir Kontakt mit einem Radioamateur im Engadin auf. Dabei zeigten uns Herr Meier und Herr Vollenweider, wie man ein richtiges Funkgespräch führt. Vor jeder Nachricht werden zuerst die Rufnamen des Empfängers und des Senders genannt. Auch im Gespräch selbst geht es nahezu kryptisch zu und her: Verschiedene Abkürzungen werden gebraucht, um die Funkzeiten möglichst kurz und effizient zu halten (zum Beispiel steht „bcnu“ für “Hoffe, sie wieder einmal zu sehen”).

Nach unserem ersten erfolgreichen Funkgespräch wollten wir auch Kontakt mit ausländischen Radioamateuren aufnehmen. Obwohl wir zunächst keinen Erfolg hatten, zahlte sich unser Warten aus und wir stiessen auf zwei Radioamateure: Eine Person in Mülheim und eine in Helsinki. Ich muss zugeben, es war ein wenig skurril zu erleben, wie man mit einer Person, die so weit weg ist, eine Konversation führen kann. Paradoxerweise hinterfragt man das Handy, das man täglich benutzt, viel weniger, denn es kommt einem wie ein “magisches Gerät” vor. Wenn man jedoch das Radio, die Kabel und die Satellitenschüssel vor sich hat, wird einem erst richtig bewusst, wie viel technische Innovation in so einem Funkgespräch steckt.

Ich finde, das FGZ sollte den TecDay unbedingt beibehalten. Obwohl ich nicht alle Module besuchen konnte, die ich gewählt habe, gefielen mir die Module, denen ich zugeteilt wurde, sehr gut. Ich habe sehr viel Neues gelernt und es war auch gut, dass wir einen Blick über unsere Schulkarriere hinaus werfen konnten.