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Ziegen, Fast Fashion und Hirntumore

  • 12. April 2022
  • Autor/in: KD

Am 30. März wurden in einer vollen Aula vor interessiertem und ausgelassenem Publikum ausgewählte Maturitätsarbeiten präsentiert.

Luna Lonoce befasste sich in ihrer Arbeit «Resilienz – Flüchtlingsfrauen im Integrationssystem Schweiz» mit der Situation von geflüchteten Frauen und wie deren Resilienz besser gefördert werden kann. Ihre Schlüsse zog sie unter anderem aus Gesprächen, die sie mit Betroffenen im Bundesasylzentrum Flughafen Zürich führte. Dabei konzentrierte sie sich vor allem auf die zwei Resilienzfaktoren Familie und soziales Umfeld.

Julia von Bock unterstreicht mit ihrer Arbeit den Grundsatz «education is key». In ihrer Arbeit «Sustainable Goat Farming to support a Pre-Primary School in Matsangoni, Kenya» stellt sie das Projekt einer Ziegenfarm vor, die dazu angelegt ist, das angegliederte Schulprojekt nachhaltig zu unterstützen. Im Vordergrund stehen die Kinder, die oft verwaist und ohne jegliche Unterstützung sind und in der Schule eine neue Heimat und eine Perspektive für die Zukunft gefunden haben.

«Soft Skills im Zeitalter der Industrie 4.0» heisst die Arbeit von Frederik Amhof, in der er sich mit den zukünftigen beruflichen Herausforderungen der Generation Z befasst. Insbesondere untersucht er, welche Bedeutung emotionalen und sozialen Fähigkeiten, wie beispielsweise Innovationsfreude und Kommunikationsfähigkeit, in einer digitalisierten und automatisierten Welt zukommt und wie und wo diese gefördert werden können.

Cosima Boltes Interesse an Medizin und insbesondere an der Neurochirurgie resultierte in der Arbeit «Optimization of imaging for brain tumors in fluorescence guided surgery». Dabei arbeitete sie im Labor am Inselspital in Bern und untersuchte, wie hoch die Konzentration des injizierten Kontrastmittels sein muss, damit ein Gehirntumor möglichst genau unter dem Lasermikroskop CONVIVO umrissen wird und die darauf folgende Operation erfolgreich ausfällt.  

Eine weitere Arbeit, die im medizinischen Bereich anzusiedeln ist, jedoch eine gänzlich andere Ausgangslage aufweist, ist Nina Amachers Arbeit «Illustration in der Medizin». Ihr Ziel, eine Broschüre zum Thema Gebärmuttertransplantation zu kreieren, erforderte einerseits das Talent, medizinische Sachverhalte ansprechend zu illustrieren, und andererseits, das komplexe Thema verständlich und nicht zu verallgemeinernd zu vermitteln und grafisch attraktiv zu gestalten.

Lea Salome Jaberg stellte sich in ihrer Arbeit «Die Regeneration am Modellorganismus Hydra viridissima» die Frage, welche Faktoren bei der Regeneration erheblich sind und wie sie sich bei unterschiedlichem Ausgangsgewebe unterscheidet. Dabei untersuchte sie zum Beispiel den Vorgang der Regeneration bei fehlendem Kopf, stellte Zusammenhänge mit Stammzellen her und interpretierte ihre Resultate mit Informationen anderer Arbeiten.

Mit der Thucydides-Falle hat sich Cédric Henauer in seiner Arbeit «The Thucydides Trap in the Course of Time» befasst. Den Konflikt, der sich aus dem Widerspiel zwischen herrschender und aufsteigender Macht ergibt, die Kriegsgefahr also, die entstehen kann, wenn eine Macht eine andere überflügelt, hat er historisch genauer untersucht, und zwar an den Beispielen des Deutsch-Französischen Kriegs, des Russisch-Japanischen Kriegs und des Ersten Weltkriegs. Er kam dabei zum Schluss, dass man Konflikte durchaus auch mit anderen Faktoren, wie beispielsweise Religion, Ideologie oder Industrie, analysieren kann.

Casimir Schmitz-Morkramer ging seiner Leidenschaft für die Formel 1 nach und zeigte sein Können in «Die Entwicklung eines Autospiels». In seinem eigens programmierten Spiel «World Racer» kann man verschiedene Strecken auf verschiedenen Kontinenten und entsprechenden Boliden befahren. Die Hintergrundmusik komponierte er in Zusammenarbeit mit seinem Gitarrenlehrer und passte diese auch den Eigenheiten der Kontinente an.

Die globale Modeindustrie ist in ihrem Ausmass zu einem zerstörerischen Umweltfaktor geworden und bedroht gleichzeitig auch einheimische Gewerbe. In «How is the kente industry in Ghana impacted by the fast fashion industry?» zeigt Jessica May Soderberg eindrücklich auf, wie invasiv und schädlich Fast Fashion ist. Gleichzeitig ruft sie zu bedachterem und nachhaltigerem Konsum auf.