TecDay am FGZ
Einblick in die Praxis und Diskussion mit Fachleuten: Am 7. April fand ein weiterer höchst spannender und erkenntnisreicher TecDay am FGZ statt.
Einblick in die Praxis und Diskussion mit Fachleuten: Am 7. April fand ein weiterer höchst spannender und erkenntnisreicher TecDay am FGZ statt.
Klaudija Kordic
Lehrerin für Deutsch
14. April 2026
14. April 2026
Die TecDays sind eine Initiative der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) und werden bereits seit rund 20 Jahren an Schulen durchgeführt. Die Bandbreite der angebotenen Module ist jeweils ausserordentlich gross. So konnten unsere Schülerinnen und Schüler aus mehr als 40 Angeboten auswählen. Ziel der Veranstaltung ist es, die Gebiete der Naturwissenschaften, der Technik und der Informatik für junge Menschen auf ansprechende Art zugänglich zu machen und falsche Vorstellungen zu brechen. Ein weiterer schöner Nebeneffekt besteht darin, dass in bestimmten Modulen unsere Kleinsten gemeinsam mit den Grössten arbeiten und sich dabei auf bereichernde Weise gegenseitig ergänzen konnten.
„Sonic-Pi – Livecoding: Musik erschaffen mit dem Computer“, „Magic Cube – die Faszination der Elektrotechnik entdecken“, „Tatort Kunst – Original oder Fälschung?“, „Live Hacking: Wie sicher bist du wirklich?“ oder „Kryptographie im Alltag – unsichtbar, aber allgegenwärtig“ – diese klingenden Titel stehen lediglich stellvertretend für die vielfältigen Möglichkeiten. Im Folgenden finden sich ausgewählte Einblicke, zusammengestellt von Lehrerinnen und Lehrern, die die Module aktiv begleitet haben:
«Im Workshop «Biochemie von Drogen und Drogentests» lernten Schülerinnen und Schüler die Wirkungsweise verschiedener Substanzen im menschlichen Körper kennen. Zu Beginn erhielten sie eine Einführung in grundlegende biochemische Prozesse und erfuhren, wie unterschiedliche Stoffe und Verhaltensweisen (Gambling, Shopping usw.) auf das Nervensystem einwirken und das Belohnungssystem (Dopamin) im Körper aktivieren. Im praktischen Teil führten sie selbst einen Drogentest durch und konnten dabei nachvollziehen, wie solche Nachweisverfahren funktionieren. Dabei wurde deutlich, welche chemischen Reaktionen hinter den Tests stehen und wie Ergebnisse zustande kommen. Der Workshop vermittelte auf anschauliche Weise, wie biochemisches Wissen in konkreten Anwendungen genutzt wird und welche Bedeutung dies im Alltag haben kann.» (Christian Knipfer)
«Das Modul «Morph Tales – Künstliche Intelligenz entdecken», durchgeführt von mint&pepper, einem Nachwuchsförderungsprojekt der ETH und Universität Zürich, beleuchtete die vielfältigen Aspekte dieser neuen und bahnbrechenden Technologie. Die Schülerinnen und Schüler der unteren Klassen setzten sich damit auseinander, in welchen Bereichen KI bereits implementiert ist, wie eine KI überhaupt klassifiziert, welche Vorteile mit ihr verbunden sind, aber auch welche Unwägbarkeiten noch bestehen. In der Diskussion konnten die jungen Schülerinnen und Schüler ihre bereits ausgeprägt kritische und reflektierte Haltung unter Beweis stellen. Auf der Grundlage von vier Forschungsbeispielen der ETH Zürich ging es dann in die Anwendung: Die Jugendlichen programmierten eigene intelligente Systeme und lernten dabei auf spielerische Weise, wie und wo KI eingesetzt werden kann, zum Beispiel bei Smart Farming (intelligente Landwirtschaft), Drug Design (Medikamentenentwicklung) oder Autonomous Driving and Sailing (selbststeuerndes Fahren und Segeln).» (Klaudija Kordic)
«Im Modul "Digital Construction: NextGen Building Challenge" wurden anfänglich das Studium mit seinen drei interdisziplinären Vertiefungen Architektur, Structural Engineering und Building Technology und anschliessend die drei fundamentalen Schritte Planung (u. a. Programmierung, Simulation und Datenvisualisierung via VR/AR), Fabrikation (u. a. digitale Vorfabrikation und Baustelle) und Betrieb (u. a. dynamische Daten und digital Services) vorgestellt. Diese drei Schritte sind vonnöten, um der Steigerung der Produktivität der Wertschöpfungskette sowie dem heutigen Nachhaltigkeitsstandard gerecht zu werden. In einem zweiten Schritt durften die Schülerinnen und Schüler via 3D-Modulation ein Gebäude gestalten, wobei bei jeder vorgenommenen Änderung der Einfluss auf die Kosten, Rendite sowie den Energiebedarf unmittelbar vom Programm angezeigt wurde.» (Roberto Vitale)
„Geld, Kryptos und Finanzmärkte“: Hier drehte sich alles um die grosse Frage: Wie wird man reich – oder zumindest ein bisschen weniger arm? Wir haben gelernt, was ein Budget ist, wie Geldanlagen funktionieren und was es mit Obligationen auf sich hat. Auch Kryptowährungen kamen zur Sprache – mit der klaren Botschaft: spannend, aber besser nicht blind ins nächste Abenteuer stürzen. Die fachlich versierten Referentinnen und Referenten konnten ihr Wissen so vermitteln, dass man tatsächlich zuhörte. Besonders beeindruckend: Aus 100 CHF werden 143.000 CHF – man muss sie nur in Schweizer Aktien investieren und etwa 100 Jahre Geduld mitbringen. Also am besten gleich heute anfangen… Ein Highlight war das Planspiel, bei dem wir selbst in die Welt der Finanzen eintauchten. Und ich als Lehrerin durfte endlich mal die Rolle der Bank übernehmen und mit Aktien und Gewinnen hantieren.» (Anabel Flury)
Der TecDay wurde zusammen mit der Viadukt Schule durchgeführt, deren Vorsteherin und ehemals Lehrerin am FGZ, Daniela Kunz, in der Vergangenheit massgeblich an der Durchführung beteiligt war. Für dieses Jahr verantwortlich zeichnet jedoch Justyna Schär, Assistentin der Schulorganisation, die es geschafft hat, über 60 Modulverantwortliche, rund 600 Schülerinnen und Schüler, den Hausdienst, die IT, die Mensa und alle beteiligten Lehrerinnen und Lehrer so einzuteilen und anzuleiten, dass dieser Tag erfolgreich durchgeführt werden konnte. Ein grosses Dankeschön!