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Schwerpunktfach-woche in Strasbourg

In der Spezialwoche vor den Herbstferien widmen sich die fünften Klassen im Rahmen ihrer Schwerpunktfachwoche vertieft den Themen ihres jeweiligen Fachgebiets. Für die Schülerinnen und Schüler mit Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht führte die Reise nach Strasbourg, wo europäische Politik, Völkerrecht und Menschenrechte im Mittelpunkt standen.

Davide Pezzotta

Lehrer für Wirtschaft und Recht

26. Oktober 2026

26. Oktober 2026

Vier abwechslungsreiche Tage boten Gelegenheit, europäische Institutionen aus nächster Nähe kennenzulernen: Auf dem Programm standen unter anderem ein Besuch des Europarats sowie des Europäischen Parlaments, dessen 785 Sitze sich allerdings weitgehend leer präsentierten. Auch kulturell und historisch hatte die Stadt einiges zu bieten: eine Führung durch das imposante Münster, eine Bootsfahrt auf der Ill, ein Stadtrundgang und ein Abstieg rund dreissig Meter unter die Erde ins Fort Schoenenbourg der Ligne Maginot.


Beton oder Verträge - Krieg oder Frieden

Die Maginot-Linie (französisch Ligne Maginot), benannt nach dem französischen Kriegsminister André Maginot, bezeichnet ein Festungssystem an der Ost- und Südostgrenze Frankreichs. Die Idee dahinter war, Frankreich vor einem überraschenden Angriff aus Deutschland zu schützen. Das von uns besuchte Fort Schoenenbourg war mit Artilleriegeschützen bestückt, von deren Feuerkraft die zwei mannshohen Granaten zeugen, die noch heute im Magazin stehen. Eingenommen hat die deutsche Wehrmacht die Festung nie. Nach dem Waffenstillstand vom Juni 1940 weigerte sich die Besatzung zuerst, die Anlage zu übergeben. Erst auf wiederholte Aufforderung des französischen Oberkommandos wurde sie den Deutschen überlassen.


Die Lebensverhältnisse in diesen Bunkern waren nicht einfach. Es war praktisch immer kalt und feucht, über Monate sahen die Soldaten kein Sonnenlicht, und aus Sicherheitsgründen durften sie sich nie frei zwischen den verschiedenen Bereichen bewegen. Aus Langeweile malten sie willkürliche Bilder aus Zeitschriften an die Wände. Einziger Trost war das gute Essen und der französische Wein, die die Moral hochhalten sollten.


Leider konnten aber auch diese 20 bis 30 Meter unter der Erde gebauten Anlagen den Frieden nicht gewährleisten. Auf der anderen Seite entstand wenige Jahre nach dem Krieg der Europarat, der als Reaktion auf den Zweiten Weltkrieg den Frieden zwischen den Ländern Europas gewährleisten sollte. Die Klasse konnte Urs Beer treffen, den stellvertretenden Ständigen Vertreter der Schweiz beim Europarat, der die Arbeit der Organisation aus erster Hand erklärte. Ein Treffen mit Generalsekretär Alain Berset war leider nicht möglich, weil an diesem Morgen mehrere Sitzungen stattfanden, an denen er teilnahm. Vielleicht klappt es das nächste Mal!


Den Schülerinnen und Schülern sollte der Gegensatz zwischen Krieg durch Bunker und Frieden durch Verträge näher gebracht werden. Daneben erlebten sie auf der Fahrt durch Maisfelder und elsässische Dörfer die wunderschöne Gegend nördlich von Strasbourg hautnah. Abgerundet wurde die Schwerpunktfachwoche mit feinem elsässischem Essen an einer langen Tafel unter Bäumen - die Rückreise fiel daher merklich schwerer als die Hinreise.

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