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MINT-Woche: Umwelt und Energie

  • 16. Oktober 2023
  • Autor/in: Nicolas Bähre, Matteo Grotzer

Am ersten Tag der MINT-Woche waren wir zu Besuch im Science-Lab der Universität Zürich. Wir wurden von einer freundlichen Frau empfangen, die uns zunächst einen Einblick in ihr Studiengebiet, die Paläontologie, gab. Sie erklärte uns ihre Forschungsbereiche und die Herausforderungen, mit denen sie in ihrer wissenschaftlichen Arbeit konfrontiert ist.

Nach dieser Einführung erhielten wir die Aufgabe, Gegenstände in kleinen Boxen zu erraten oder zumindest ihre Eigenschaften zu schätzen, ohne sie zu sehen oder zu berühren. Dies war eine interessante Übung, die unsere Wahrnehmung und unser analytisches Denken herausforderte. Jede Gruppe entwickelte dabei unterschiedliche Ansätze, um die Aufgabe zu bewältigen. Nachdem wir alle Boxen durchgearbeitet hatten, verglichen wir unsere Antworten und begannen eine Diskussion darüber, wie wir zu unseren Schlussfolgerungen gekommen waren. Dabei wurde uns klar, dass es eine Vielzahl von Herangehensweisen und Interpretationen gibt und dass nicht immer eine eindeutige Lösung existiert. Es war ein wichtiger Einblick in den Forschungsprozess, bei dem oft viele Interpretationen und Ansichten berücksichtigt werden müssen.

Schließlich erwarteten wir, dass die Organisatorin uns die richtigen Antworten geben würde, um unsere Neugier zu befriedigen. Doch zu unserer Überraschung gehörte dies nicht zum Programm. Sie erklärte, dass dies Teil der Lektion war, um zu verdeutlichen, dass auch in der Forschung nicht immer klare und eindeutige Lösungen existieren. Dies war eine wertvolle Lektion darüber, wie Forscher mit Unsicherheit und offenen Fragen umgehen.

 

Am zweiten Tag der Woche standen faszinierende Einblicke in die Welt der Kernenergie und nuklearen Sicherheit auf dem Programm. Am Vormittag besuchten wird das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI), wo wir tiefere Einblicke in die Sicherheitsaspekte der Kernenergie erlangten. Experten erklärten uns die verschiedenen Sicherheitsmassnahmen und -protokolle, die in Kernkraftwerken zum Tragen kommen. Wir erfuhren ausserdem mehr über die anspruchsvolle Aufgabe der Entsorgung radioaktiver Abfälle und wie diese sicher durchgeführt wird. Ein weiterer Schwerpunkt war die Simulation von Notsituationen in einem Kernkraftwerk (KKW), um zu verstehen, wie Krisensituationen effektiv bewältigt werden. Am Nachmittag hatten wir die Gelegenheit, das Kernkraftwerk Gösgen zu besichtigen. In kleinen Gruppen führten uns Experten durch das KKW und erklärten uns die Funktionsweise, die Sicherheitsvorkehrungen sowie die Rolle dieses KKW in der Energieerzeugung der Region erfahren.

Am Morgen des dritten Tages besuchten uns Vertreter einer Energie-Firma, um uns am Vormittag eine ausführliche Erklärung darüber zu geben, wie Solaranlagen aufgebaut sind und welche Vor- und Nachteile sie bieten. Diese informative Präsentation half uns, ein besseres Verständnis für erneuerbare Energien zu entwickeln. Am Nachmittag hatten wir dann die Gelegenheit, in Gruppen eigene solarbetriebene Autos zu bauen. Dies erwies sich als aufregende und gleichzeitig anspruchsvolle Aufgabe. Anfangs dachten wir, es sei eine recht einfache Aufgabe, doch uns wurde schnell klar, dass wir die Aufgabe nicht auf die leichte Schulter nehmen können. Wir erkannten, wie leicht etwas kaputtgehen oder wie präzise unsere Arbeit sein musste, um ein funktionierendes Ergebnis zu erzielen. Am Ende des Tages traten unsere selbstgebauten Solarautos in einem Rennen gegeneinander an. Dieses Wettrennen war ein spannender Abschluss für einen lehrreichen Tag, der uns nicht nur die Funktionsweise von Solaranlagen näherbrachte, sondern auch unsere handwerklichen Fähigkeiten herausforderte.

Am vierten und letzten Tag unseres Programms besuchten wir die Eidgenössische Materialprüfungsanstalt (EMPA). Nach einer Einführung über die allgemeinen Aufgaben und Funktionen der Anstalt führte uns ein Mitarbeiter durch das NEST, ein beeindruckendes Gebäude, das verschiedene Räume mit vielfältigen Themen beherbergt. Im NEST durften wir in unterschiedlichste Räume eintauchen, zum Beispiel in eine Wohnung, die komplett aus recyceltem Material erbaut worden war. Diese innovative Herangehensweise verdeutlichte die Möglichkeiten der Nachhaltigkeit im Bauwesen. Nach unserer Erkundung des NEST führte uns der Mitarbeiter in ein Labor, in dem Forschung an Solaranlagen durchgeführt wurde. Dort erhielten wir einen detaillierten Einblick in die aktuellen Forschungsprojekte und die potenziellen Vorteile dieser Entwicklungen. Es war eine informative Erfahrung, die uns die Bedeutung von Materialprüfung und erneuerbaren Energien näherbrachte.